Sie sind hier:  Aktuelles & Service »  Presse 

Interview mit Holger Boy, WfbM-Beschäftigter in der Transportlogistik

Holger Boy, 43 Jahre, Beifahrer in der Transportlogistik, lebt in einer Wohngruppe in Wangen.

Holger ist ein ruhiger, bedachtsamer Mensch, der mit seinem freundlichen Lachen besticht.

„Meine Arbeit als Beifahrer durfte ich mir aussuchen. Sie gefällt mir gut, weil ich mit dem LKW oft raus komme. Ich mache das schon lange, seit 1994. Damals gab es nur einen einzigen LKW. Heute, bei der LiSe, haben wir neun LKWs. Ich komme um 6.40 Uhr mit dem Linienbus in Liebenau an. Dann hole ich mir erstmal einen Sprudel, damit ich was zu trinken habe. Auf dem Plan sehe ich, mit wem ich fahre. Die Fahrer fangen früher an, haben schon eine Ladung schmutziger Wäsche abgeholt. Ich helfe beim Ausladen und dann auch gleich beim Einladen frischer Wäsche. Beim Aus- und Einladen dürfen die WfbM-Beschäftigten nicht auf die Rampe, weil das zu gefährlich für uns ist: Wir könnten runter fallen. Da oben ist nur der Fahrer. Am Montag- und Donnerstagvormittag bringen wir Wäsche nach Hegenberg und in die einzelnen Häuser in Liebenau. Nachmittags gehen wir auf die kleine Allgäutour. Das ist schön. Am Dienstag und Freitag fahren wir nachmittags nach Uhldingen an den Bodensee. Mittwochs sind wir hier in der Gegend. Ab und zu fahre ich auch mit dem Essens-LKW. Der Unterschied ist nicht groß, nur dass die Essenswägen ziemlich schwer sind. Wir haben jetzt neue Essensboxen. Die sind besser als die alten, weil sie leichter sind, aber die obere rutscht manchmal hin und her. Da muss man aufpassen. Nach St. Anton in Österreich fahren wir auch immer mal wieder. Wenn Schnee liegt, ist das schwierig. Dann brauchen wir Schneeketten, weil der LKW schnell rutscht oder hängen bleibt. Für die Gitterwägen mit Wäsche haben wir ein Akku-Wägele, das uns beim Ziehen durch den Schnee hilft. Man hängt den Wäschewagen einfach dran. Die Fahrer sind alle nett. Wir unterhalten uns während dem Fahren. Manchmal werde ich müde und schlafe ein. Nach der Arbeit mache ich Karate oder setze mich mit meinen Mitbewohnern draußen aufs Bänkle.“

 

 

erstellt am 28.06.2017



Holger Boy