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Interview mit Brigitte Arff, Abteilungsleiterin der WfbM

Was sind Ihre Aufgaben als Abteilungsleiterin der WfbM?
Brigitte Arff: Ich bin verantwortlich für die Leitung und die Organisation der WfbM innerhalb der LiSe. Ausschlaggebend sind dabei die Planung, Koordination und Sicherstellung der Arbeitsabläufe für die pädagogischen Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Werkstattbeschäftigten sowie deren kontinuierliche Weiterbildung. Dabei habe ich immer die strategische Weiterentwicklung der WfbM im Blick. Mein Anspruch ist es, Menschen mit Unterstützungsbedarf ein möglichst vielfältiges Angebot an Arbeitsplätzen in der LiSe zu bieten, um so den unterschiedlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Potentialen gerecht zu werden. Ich möchte unseren Werkstattbeschäftigten ein möglichst selbstbestimmtes Arbeiten ermöglichen, bei dem jeder einzelne im Mittelpunkt steht. Dabei versuche ich, das Hauptziel der Werkstatt für behinderte Menschen – Inklusion – im Blick zu haben. Dazu gehören geeignete Maßnahmen, Förderpläne oder Betriebspraktika und ein selbstverständliches Miteinander und Nebeneinander von Menschen mit und ohne Behinderung.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Brigitte Arff: Ich habe eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit und bin ständig mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt. Trotz Leitungsfunktion bietet die LiSe Möglichkeiten, Beruf und Familie gut zu vereinbaren. Ich schätze es, flexibel und eigenverantwortlich arbeiten zu können und habe sowohl fachlich als auch menschlich ein tolles Team und wertvolle Menschen um mich. Besonders gefällt mir, dass ich mit meiner alltäglichen Arbeit Gutes für Menschen mit Unterstützungsbedarf bewirken kann. So schaffe und gestalte ich zum Beispiel für jeden einzelnen den passenden Arbeitsplatz. Unser Ziel ist es, am Ende eine gute Dienstleistung zu erbringen und sowohl zufriedene Kunden als auch WfbM-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben.

Gibt es eine Anekdote, ein bemerkenswertes Erlebnis oder Ereignis, von dem Sie uns berichten möchten?
Brigitte Arff: Ich könnte sicherlich von vielen unserer Werkstattbeschäftigten eine kleine Geschichte erzählen. Erst kürzlich besuchte mich ein ehemaliger Werkstattbeschäftigter hier in Liebenau, der 2006 in den Raum Stuttgart gezogen ist. Wir unterhielten uns über seine Zeit hier in der LiSe-Werkstatt und er sagte mir: „Weißt du, Brigitte, du warst für mich immer der Ruhepol, das hat mir gut getan“. Der Besuch und diese Rückmeldung haben mich sehr gefreut.
Besonders wertvoll erlebe ich die alljährliche Jubilarehrung der LiSe, an der alle Bereiche teilnehmen. Unsere Menschen mit Behinderung sind voller Vorfreude, sehr authentisch und ehrlich. Und für alle ist es selbstverständlich, dass Werkstattbeschäftigte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam und an den Tischen bunt gemischt ihr Jubiläum feiern.
Ich bin auch stolz auf jede und jeden unserer LiSe-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die tagtäglich einen guten Kontakt zu unseren Werkstattbeschäftigten pflegen und sie zu ihrem Team zählen – ganz selbstverständlich. So bieten zum Beispiel nicht nur unsere Fachkräfte aus der WfbM-LiSe Bildungsangebote für unsere Werkstattbeschäftigten an, sondern auch 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Produktion und Verwaltung.

Welche Situationen in Ihrem Arbeitsalltag stellen eine besondere Herausforderung für Sie dar?
Brigitte Arff: Viele unserer Werkstattbeschäftigten können mit Veränderungen nur bedingt umgehen. Neue Aufträge, Maschinen und Prozesse stellen eine besondere Herausforderung für sie dar. Unser Fachpersonal vermittelt ihnen einen individuellen Zugang und leitet sie an, ohne dabei auf die Uhr zu schauen.

Das Zwischenmenschliche spielt in Ihrem Job eine große Rolle. Da ist es sicherlich wichtig, Grenzen zu ziehen, nicht alles ganz nah an sich heran zu lassen. Wie schaffen Sie das?
Brigitte Arff: Da hilft mir vor allem meine Familie. Wenn ich Zeit mit ihr verbringe, kann ich am besten den Kopf frei bekommen, um wieder kreativ und offen für Neues zu sein. Ab und zu liegt auch mal ein Zettel auf dem Nachttisch, auf dem ich wichtige Gedanken und Ideen aufschreibe.

Wie entspannen Sie nach getaner Arbeit?
Brigitte Arff: Bei den alltäglichen schönen Dingen, die das Leben so mit sich bringt.


Vielen Dank für das Gespräch, Frau Arff!

erstellt am 28.06.2017



Brigitte Arff

Abteilungsleiterin der WfbM
41 Jahre

Angestellt: seit September 2004

Freizeitbeschäftigungen: gemeinsame Zeit mit meiner Familie, Lesen, Nähen, Campen

Familie: verheiratet, zwei Kinder (5 und 7 Jahre)