Sie sind hier:  Aktuelles & Service »  Presse 

Liebenau Service GmbH beendet Essensversorgung auf dem Manzenberg

Die Liebenau Service GmbH wird ihre Zusammenarbeit mit den Schulen am Manzenberg zum Ende des laufenden Schuljahres beenden. Das Unternehmen zieht damit die Konsequenzen aus langwierigen Diskussionen um Akzeptanz und Finanzierung des Schüler-Mittagstisches und zieht den Schlussstrich unter ein in vieler Hinsicht integratives Modellprojekt.


Positive Resonanz

Seit 2005 hat das Catering-Unternehmen der Stiftung Liebenau täglich 60 bis 100 Schülerinnen und Schüler der Schulen am Manzenberg mit einer warmen Mahlzeit, Salaten und Snacks versorgt. Das Besondere an diesem Schulmittagstisch, der ursprünglich als Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Elterninitative des Montfort-Gymnasiums entstanden war: Er verbindet den Anspruch einer kinder- und jugendgerechten gesunden Ernährung mit der aktiven Integration von Menschen mit Behinderungen. Zusammen mit zwei Teilzeitmitarbeiterinnen waren durchschnittlich zwei Beschäftigte der LiSe-Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) bei der Essensausgabe am Manzenberg im Einsatz. Die Schulleitung war von diesem sozialen Konzept angetan, und auch die jugendlichen Kunden äußerten sich in den Meinungsumfragen der LiSe positiv über ihren Mittagstisch.

Finanzierung zunehmend schwierig

Die Finanzierung des Projekts war jedoch zunehmend schwieriger geworden. Um den Essenspreis möglichst niedrig zu halten, stellte die LiSe Infrastruktur und Equipment für den Mittagstisch kostenlos zur Verfügung. Eltern leisteten ehrenamtliche Arbeit. Angesichts gestiegener Kosten für Lebensmittel und Energie war der Preis von zuletzt 2,95 Euro jedoch nicht mehr zu halten. Deshalb wurde bereits im vergangenen Jahr über eine Abmangelfinanzierung durch die Kommune nach dem Vorbild anderer Städte in Baden-Württemberg verhandelt. Auf rund 47 000 Euro netto beläuft sich mittlerweile das Defizit, so Geschäftsführer Frank Moscherosch. Trotz zahlreicher Gespräche zeichnete sich in dieser Frage jedoch keine Lösung ab.

Leider zu wenig Fürsprecher

"Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass unser Mittagstisch-Konzept nicht auf allen Seiten die nötigen Fürsprecher gefunden hat", konstatiert Moscherosch. Deshalb habe die LiSe sich in Absprache mit Bürgermeister Bruno Walter und der Elternbeiratsvorsitzenden Susanne Klein entschieden, die Zusammenarbeit zum Ende des Schuljahres zu beenden. Die betroffenen Mitarbeiterinnen und WfbM-Beschäftigten müssen nicht um ihre Arbeitsplätze fürchten. Die LiSe bietet ihnen weiterhin Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens.

Von: Helga Raible, erstellt am 23.06.2009