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Beratung und Training als spannende Aufgabenfelder

Die Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin Tanja Traub (30) ist seit 2008 Leiterin der LiSe Plus Organisationsberatung und Training, einem Geschäftsbereich der Liebenau Service GmbH in Meckenbeuren. In unserem Gespräch berichtet die engagierte HBL über ihren Berufsweg und ihr derzeitiges spannendes Aufgabenfeld.


Zunächst zu Ihrer Person: Könnten Sie uns Ihren bisherigen Berufsweg beschreiben?

Tanja Traub: Ich habe eine ganz klassische Ausbildung im dualen System zur Hauswirtschafterin absolviert. Ein Jahr lang war ich dann als Hauswirtschafterin in einem großen Familienbetrieb tätig, bevor ich mich zur Hauswirtschaftlichen Betriebsleitung weiterqualifizierte. Nach erfolgreichem Abschluss nahm ich eine befristete Arbeitsstelle in einem Tagungshaus an. Hier habe ich als Stellvertreterin angefangen und später die Komplettleitung übernommen. Diese Stelle war für mich ein guter Einstieg in die Leitungsfunktion, denn hier konnte ich erst einmal Erfahrungen sammeln, besonders im Bereich Mitarbeiterführung.

2002 trat ich dann die Stelle in der Liebenau Service GmbH (LiSe) als Assistenz der Bereichsleitung an. Ich hatte hier die tolle Chance, mich in allen hauswirtschaftlichen Bereichen weiterzuqualifizieren und meinen Weg von der Arbeit an der Basis bis zur Führungskraft fortzusetzen.

In der Liebenau Service GmbH sind Sie zunächst als Assistenz der Bereichsleitung eingestiegen. Was waren hier Ihre Aufgaben?

Tanja Traub: Meine Tätigkeiten in der LiSe waren in der Regel Projekttätigkeiten. Der Einstieg war im Gebäudeservice. Meine Aufgabe bestand darin, diesen Bereich, der damals noch in den Kinderschuhen steckte, aufzubauen und weiterzuentwickeln. Es galt Basisarbeiten durchzuführen, wie Standards zu entwickeln für Reinigungs- und Hygienepläne, Leistungsverzeichnisse, Reinigungsverfahren, Flächenverzeichnisse usw. Neue Objekte und somit neue Aufträge in Altenheimen, Wohngruppen der Behindertenhilfe oder Schulen wurden von mir komplett abgewickelt: von der Objektausstattung, über die Personalakquise, -Schulung und -Anleitung bis hin zur Kundenbetreuung.

Im Anschluss übernahm ich die Wäschereileitung unserer neu modernisierten Wäscherei mit damals vier Tonnen Wäsche pro Tag und 40 Mitarbeitern mit und ohne Behinderung.

Ein Beratungsprojekt mit Schwerpunkt Gebäudereinigung – jedoch waren auch Wäschereithemen beinhaltet – führte mich für das nächste halbe Jahr nach Dresden. Dort begleitete ich eine Tochtergesellschaft einer Behinderteneinrichtung im Aufbau einer professionellen Gebäudereinigung.

Das nächste Projekt war die Einführung neuer Produkte, wie Miet- und Leasingwäsche, in unserer Wäscherei. Diese Produkte wurden erfolgreich platziert und stellen inzwischen zehn Prozent vom Gesamtumsatz der Wäscherei dar. In diesem Zusammenhang war ebenfalls mein Auftrag, die Anschaffung und Einführung einer Wäscherei-Software umzusetzen.

Im Anschluss führte ich eine groß angelegte Verpflegungsanalyse von vier Alten- und Pflegeheimen durch. Ziel war hier zuerst eine Transparenz über den Verpflegungsbereich und eine Kostentransparenz zu erhalten sowie Optimierungspotentiale zu erarbeiten.

Bis eine Nachfolgeregelung für die in Elternzeit gegangene Abteilungsleitung im Gebäudeservice getroffen wurde, übernahm ich für ein Jahr kommissarisch diese Abteilungsleitung mit 90 Mitarbeitern und entwickelte später den Vertrieb im Gebäudeservice weiter. Begleitend führte ich während dieser Zeit Organisationsberatungen von externen Kunden im Schwerpunkt Gebäudereinigung und Wäscherei durch.

Seit Anfang 2008 bin ich Projektleitung im Projektauftrag zur Gründung und Etablierung eines weiteren Geschäftsfeldes und zwar der LiSe PLUS – Organisationsberatung & Training, dessen Leitung ich inzwischen innehabe.

Insgesamt konnte ich in der LiSe sehr viel Praxiserfahrung sammeln und mich als Führungskraft weiterentwickeln. Letztlich führten diese Erfahrungen, die Projekttätigkeiten sowie die Weiterqualifikation in den verschiedenen Bereichen dazu, dass ich den Geschäftsbereich LiSe Plus erfolgreich aufbauen konnte.

Und warum wurde der neue Geschäftsbereich LiSe Plus Organisationsberatung und Training eigentlich gegründet?

Tanja Traub: Wir konnten mit unseren anderen Gewerken bisher nur Kunden bedienen, die sich strategisch dafür entschieden haben, ihre Leistungen auszulagern. Mit LiSe Plus hat die LiSe ein weiteres Standbein mit dem wir auch Kunden bedienen können, die die hauswirtschaftlichen Leistungen in Eigenregie erbringen.

Des Weiteren hat die LiSe seit ihrer Gründung immer wieder Einrichtungen, die Unterstützung in hauswirtschaftlichen Fragestellungen benötigt haben, beraten, geschult und begleitet. Die Nachfrage nahm aufgrund unserer hohen Fachlichkeit im Bereich Hauswirtschaft stetig zu. Der offizielle Start von LiSe Plus–Organisationsberatung und Training war Anfang 2008. Meine Aufgabe ist heute die Leitung und Koordination, ich führe selber Beratungen und Seminare durch, erstelle Angebote und bin für die Neukundengewinnung zuständig.

Allerdings bin ich keine One-Man-Show, sondern kann auf die Fachlichkeit der Mitarbeiter der gesamten LiSe zurückgreifen. Bei den Beratungsleistungen können wir das Know-how aus den drei Hauptgewerken Catering,  Gebäudeservice und Textilservice sowie auch aus begleitenden Prozessen wie Hygienemanagement, Qualitätsmanagement, Personalmanagement, Controlling und weiteren Bereichen der LiSe nutzen. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Beratung und die Trainings fachlich fundiert und praxisorientiert ausgerichtet sind.

Können Sie uns beschreiben, wie eine Organisationsberatung abläuft?

Tanja Traub: Es ist sehr spannend, welche Beratungsanfragen kommen, denn man kann keinen Auftrag mit dem anderen vergleichen. Als Beispiel für einen Beratungsauftrag möchte ich eine Beratung zum Thema Wäscheversorgung in einer Altenhilfeeinrichtung mit 130 Bewohnern näher beschreiben. Ein Teil der Wäsche der Einrichtung, nämlich die Flachwäsche, war im Mietverfahren an einen Dienstleister vergeben. Die Qualität der outgesourcten Flachwäsche entsprach jedoch nicht den Anforderungen des Kunden. Die Bewohnerwäsche wurde in der hauseigenen Wäscherei bearbeitet, für deren Maschinenpark dringend Neuinvestitionen erforderlich waren.

Die LiSe begann mit einer detaillierten Ist-Analyse der bestehenden Wäscherei, die vor Ort durchgeführt wurde. Diese Ergebnisse und Optimierungsvorschläge wurden dem Kunden persönlich vorgestellt sowie schriftlich dokumentiert. Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu verschiedenen diskutierten Wäschereikonzepten folgten. Die Umsetzungsphase beinhaltete schließlich die Begleitung des Kunden bei der Anschaffung neuer Maschinen und Hilfsmittel, dem "Zurückholen" der outgesourcten Flachwäsche, der Optimierung der Wäschereiräumlichkeiten sowie der Ablauforganisation und weiteren Details. Diese Lösung mit einer Stärkung der Eigenregie mit eigenen Mitarbeitern machte wirtschaftlich Sinn. Heute ist man auch mit der Qualität zufrieden. Der Kunde wurde von uns nach erfolgter Umsetzung weiter begleitet, beispielsweise in Form von Inhouse-Schulungen.

Seit 2009 bietet LiSe Plus außerdem eine eigene Seminarreihe aus den verschiedenen hauswirtschaftlichen Fachbereichen in unseren neu geschaffenen Seminarräumen an.

Themen sind beispielsweise:

  • Grundlagenseminar Wäscherei
  • Aufbauseminar Wäscherei
  • Praxisseminar professionelle Unterhaltsreinigung
  • Praxisseminar Grund- und Sonderreinigung
  • Gutaussehende Bodenbeläge: Unterscheidung von Bodenbelagsarten und deren optimale Reinigung und Pflege
  • Kochen für Bewohner

In welchen Bereichen besteht in sozialen Einrichtungen der meiste Bedarf an Organisationsberatung und welche Seminarthemen werden am häufigsten gewünscht?

Tanja Traub: Nicht nur in sozialen Einrichtungen, auch in anderen Bereichen besteht Bedarf an diesen Leistungen. Der größte Anteil unserer Kunden kommt zwar aus dem sozialen Bereich, wie Alten- und Pflegeheime, Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Einrichtungen von Ordensgemeinschaften, aber auch Hotels und Industrieunternehmen fragen Beratungen an.

In welchen Bereichen der Beratung der meiste Bedarf besteht, ist schwer zu beantworten, da jede Einrichtung anders organisiert ist. Deshalb gibt es die unterschiedlichsten Anforderungen an eine Beratung. Der erhöhte Kostendruck in vielen Unternehmen führt dazu, Beratungen in Anspruch zu nehmen, um Kostensenkungen durch Prozessoptimierungen und weiteren Maßnahmen umzusetzen.

Oftmals ist ein völlig veralteter Maschinenpark Anlass dazu, sich die Frage zu stellen, wie geht es mit dem Bereich weiter, sollen Investitionen getätigt werden und wenn ja welche und wie sieht die Umsetzung aus? Sehr häufig treffe ich auf die Situation, dass Einrichtungen im Entscheidungsprozess, hauswirtschaftliche Leistungen fremdzuvergeben oder sie mit eigenem Personal durchzuführen, begleitet werden möchten.

Bei fehlender hauswirtschaftlicher Fachlichkeit benötigen manche Einrichtungen Unterstützung, die Qualität der hauswirtschaftlichen Leistungen zu verbessern, neue Gesetze und Verordnungen umzusetzen, sowie bei der Schulung von Mitarbeitern usw. Beispielsweise brauchte ein Kunde Unterstützung bei der Auswahl einer hauswirtschaftlichen Leitungskraft, hier ging die Beratungsleistung von der Stellenbeschreibung über die Zeitungsannonce bis hin zur Teilnahme am Bewerbungsgespräch.

Als Schulungsthemen werden bei uns vor allem praxisorientierte Seminare gewünscht, wie wir sie jetzt in unserer Seminarreihe anbieten. Inhouse-Schulungen werden häufig zu den Themen Wäscheversorgung im Alten- und Pflegeheim, Kundenorientierung, Serviceregeln, fachgerechte Unterhaltsreinigung, usw. angefragt.

Interview: Alexandra Höß

erstellt am 01.09.2009



LiSe Plus Beraterin Tanja Traub im Gespräch

"Wir konnten bis vor kurzem nur Kunden bedienen, die sich entschieden haben, ihre Leistungen auszulagern. Nun haben wir ein weiteres Standbein, mit dem wir auch Kunden bedienen können, die hauswirtschaftlichen Leistungen in Eigenregie erbringen", sagte Tanja Traub.

Tanja Traub zeigt den richtigen Umgang mit Reinigungsmitteln

"Oftmals ist ein veralteter Maschinenpark Anlass dazu, sich die Frage zu stellen, wie geht es mit dem Bereich weiter?" – so Tanja Traub.