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Werkstattbeschäftigte auf Entdeckungstour

Neben einem geregelten Arbeitsplatz mit geeigneter Ausstattung, Anleitung und Betreuung sind für Beschäftigte von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) arbeitsbegleitende Maßnahmen äußerst wichtig für die persönliche Weiterentwicklung. Im Sommer 2010 rief die WfbM der Liebenau Service GmbH, kurz LiSe, eine besondere begleitende Maßnahme ins Leben. Unter dem Motto „Wir erkunden unsere Umgebung“ gingen insgesamt sechs Werkstattbeschäftigte der LiSe zusammen mit zwei Betreuerinnen auf Entdeckungstour in der Bodenseeregion.


Arbeitsbegleitende Maßnahmen, auf die die Beschäftigten einer WfbM gesetzlichen Anspruch haben, dienen unter anderem der Erhaltung und Erhöhung der erworbenen Leistungsfähigkeiten sowie der Weiterentwicklung der Persönlichkeiten. Sie sollen die Tagesstruktur auflockern und den Beschäftigten helfen, Schlüsselqualifikationen zu verbessern.

Regelmäßige Bildungs- und Kreativangebote

Im Rahmen von arbeitsbegleitenden Maßnahmen bietet die WfbM der LiSe beispielsweise regelmäßig Bildungs- und Kreativangebote für die Werkstatt-beschäftigten an. Die beiden Fachkräfte für Arbeit und Bildung Ingeborg Kessler und Gertrud Jacobs haben die Maßnahme „Wir erkunden unsere Umgebung“ entwickelt und sowohl Inhalte und Orte der einzelnen Veranstaltungen festgelegt, als auch die Lernziele definiert. Unter anderem sollte durch die begleitende Maßnahme die Konfliktfähigkeit, die räumliche Orientierung und der Teamgeist der Teilnehmer gestärkt werden.

Sechs Werkstattbeschäftigte nahmen teil

Insgesamt nahmen sechs Werkstattbeschäftigte aus unterschiedlichen Dienstleistungsbereichen der LiSe an den fünf Begegnungen teil. Die Städte Ravensburg, Wangen und Langenargen sowie deren Umgebungen wurden aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, erforscht und erkundet. Dabei lernten die Teilnehmer, dass aus Hopfen Bier und aus Reben Wein hergestellt wird, welche Obstsorten in der Region wachsen und welche Speisefische im Bodensee leben.

Flughafenbesuch als Höhepunkt

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch des Flughafens in Friedrichshafen. Gleich nach Ankunft wurde die Gruppe erst einmal wie ganz normale Fluggäste behandelt: das Handgepäck wurde durchleuchtet und die Teilnehmer selbst mit einem Metalldetektor nach gefährlichen Gegenständen untersucht. Danach standen eine Busfahrt über das Flughafengelände, die Besichtigung der Flughafenfeuerwehr sowie die Besteigung der Aussichtsplattform auf dem Programm. Von dort konnte die Gruppe beobachten, wie die Flugzeuge mit Gepäck beladen und an einem Flugzeug die Reifen gewechselt wurden. Im Anschluss beantwortete der Betriebsleiter des Friedrichshafener Flughafens, Andreas Jacobs, geduldig die vielen Fragen der Gruppe.

Collagen aus Bildern und Prospekten

Der letzte Tag der arbeitsbegleitenden Maßnahme „Wir erkunden unsere Umgebung“ führte auf den Campingplatz in Gohren, wo Tische und Bänke kurzerhand in eine Bastelwerkstatt umfunktioniert wurden. Um das gemeinsam Erlebte festhalten zu können, stellten die Teilnehmer Collagen aus Bildern und Prospekten her, die sie bei den anderen Umgebungserkundungen gesammelt hatten. Sowohl die Teilnehmer als auch die Betreuer der Maßnahme haben während der Unternehmungen viel dazu gelernt und eine Menge Spaß gehabt. „Da die Werkstattbeschäftigten nicht nur mit großer Begeisterung dabei waren, sondern wir auch einen bedeutsamen Lerneffekt verzeichnen konnten, werden wir diese arbeitsbegleitende Maßnahme bald erneut durchführen.“, schließt Ingeborg Kessler ab.

erstellt am 12.05.2011





Die kleine Gruppe macht am Saumarkt in Wangen eine Pause.




Ingeborg Kessler (links) mit zwei Teilnehmerinnen auf der Aussichtsplattform am Flughafen Friedrichshafen.