Sie sind hier:  Aktuelles & Service »  Presse 

Unterwegs mit der LiSe: Die Welt der LKW-Fahrer

Von Sonnenschein und rauem Winter über schwäbisches Flachland und hoch gelegene Serpentinen sowie Ferien- und Geschäftsverkehr kann Otmar Blersch nur zu gut berichten. Der Teamleiter der LiSe-Transportlogistik gibt einen Einblick in die interessante Welt der LKW-Fahrer.

Herr Blersch, was liefert die LiSe aus und wie oft?
Otmar Blersch: Wäsche, Essen und Waren aus unserer Materiallogistik. Wir beliefern von Montag bis Samstag, sowie auch an Feiertagen.

Wohin liefern Sie aus und welches ist die längste Lieferfahrt?
Vom Bodensee bis Böblingen, Überlingen bis Ottobeuren, Bregenz, Lech am Arlberg, St. Anton am Arlberg und Ischgl. Am weitesten ist Ischgl im Paznauntal in Österreich entfernt.

Lieferfahrt ins Winterwunderland

Wen beliefern Sie in Österreich? Und seit wann?
Seit November 2010 beliefern wir 19 Hotelbetriebe in St. Anton und seit November 2011 ein englisches Tourismusunternehmen mit 20 Hotels (Esprit-Hotels) in Lech am Arlberg, St. Christoph, St. Anton und Ischgl.

Wie wurde der Kunde auf uns aufmerksam?
Der erste Kontakt entstand auf Anfrage eines Hoteliers, der unsere Wäscherei im Internet gesehen hat. Da eine andere Großwäscherei den Vertrag mit ihm nicht verlängerte, suchte er nach einem neuen Dienstleister. Bei einem einzelnen Kunden hätte es sich wirtschaftlich nicht gerechnet nach St. Anton zu fahren, warum er sich mit weiteren Hotels der Gegend zusammenschloss, die in derselben Situation waren.

Wie lange brauchen Sie dafür?
Die Touren nach St. Anton und Ischgl sind bei normalen Witterungsverhältnissen in etwa acht Stunden zu fahren. Bei schlechter Witterung können es bis zu zehn Arbeitsstunden werden. In solchen Fällen wird die Fahrt mit zwei Fahrern absolviert.

Wie unterscheidet sich diese Fahrt von ihren anderen Lieferfahrten? Was ist besonders daran?
Da wir diese Kunden nur im Winter beliefern, ist der Schneefall eine besondere Herausforderung. Je nach Kälte und Fahrbahnbeschaffenheit müssen die Ketten auf einer Fahrt mehrfach montiert und demontiert werden, da zwischen den Belieferungsstellen immer wieder die Autobahn benutzt wird, welche in der Regel ohne Ketten zu befahren ist. Bei schlechten Wetterverhältnissen ist die Montage der Ketten besonders schwierig und kraftraubend. Aber natürlich gibt es auch die Sonnentage im Winter, bei herrlich blauem Himmel und verschneiter Landschaft fährt man gern dem Sonnenaufgang entgegen.

Wie kommen Sie mit den Wetterbedingungen klar? Muss man da auf bestimmte Dinge achten?
Unser Fuhrpark ist sehr modern und die Fahrzeuge auf dem neuesten Stand der Technik. Wir haben Schleuderketten an den Fahrzeugen, die das Anfahren auf Glatteis oder festgefahrenem Schnee erleichtern bzw. erst möglich machen. Erst wenn diese nicht mehr helfen, müssen die Schneeketten montiert werden.
Für die Auslieferung der Wäsche haben wir bereits nach dem ersten Winter „Schlitten“ anfertigen lassen, auf denen wir unsere Wäschewagen über Schnee und Eis ziehen können. Das ist zwar sehr kraftintensiv aber schonender als die Wäschewagen auf den Rollen durch den Tiefschnee zu ziehen.

Wie schaufeln Sie das Dach des LKWs im Winter frei und wie kratzen Sie die Scheiben?
Unsere LKWs sind alle mit einer Standheizung ausgestattet, die so programmiert ist, dass sie eine Stunde vor Arbeitsbeginn das Führerhaus vorheizen und die Scheiben somit bereits eisfrei sind. Außerdem verfügen unsere neuen Lkws über das sogenannte AIR-PIPE-System. Das heißt, dass auf dem Kofferaufbau mehrere Luftkammern angebracht sind, über die eine Lkw-Folie gespannt ist. Durch das Aufblasen der Luftkammern wird das Eis und der Schnee auf dem Kofferaufbau gelockert und es entsteht ein Gefälle, sodass dieses abrutschen kann.

Gerät man bei diesen Wetterverhältnissen auch in beängstigende Situationen?
Dieser Winter war für die Fahrer extrem herausfordernd. Aufgrund der Schneemassen waren die Straßen oft kaum noch erkennbar. Es gab Situationen, in denen der LKW im Stand mit angezogener Handbremse, Gang eingelegt und Schneeketten aufgezogen, noch ins Rutschen kam. Glücklicherweise kam es zu keinen Unfällen, da unsere Fahrer sehr erfahren sind.

Fuhrpark mit acht LKWs

Wie viele LKWs hat die LiSe? Und wie viele Fahrer sind beschäftigt?
Unser LKW-Fuhrpark besteht aus acht LKWs zweierlei Größen. Wir haben derzeit sieben feste Fahrer, fünf Aushilfsfahrer und mich als Teamleiter. Ich springe ein, wenn Not an Mann ist. Einen zusätzlichen LKW-Fahrer haben wir noch für unsere Samstagstour.

Müssen LKW-Fahrer regelmäßige Schulungen besuchen?
Die LKW-Fahrer müssen alle an der gesetzlich vorgeschriebenen Berufskraftfahrerqualifikation teilnehmen. Diese besteht aus fünf Modulen, welche innerhalb von fünf Jahren regelmäßig besucht werden müssen. Zusätzlich zu den allgemeinen jährlichen Pflichtschulungen (Arbeitssicherheit, Erste Hilfe, Brandschutz), müssen jährlich Schulungen zu Themen wie digitaler Tachograph, Ladungssicherung, Lenk- und Ruhezeiten absolviert werden.

Wie viele Kilometer legen Sie jährlich zurück und wie viel Sprit benötigen Sie hierzu?
Die jährliche Strecke beträgt zirka 265.000 km. Bei einem Verbrauch von 19 bis 22 Liter Dieselkraftstoff je LKW belief sich der Verbrauch im Jahr 2011 auf etwa 50.300 Liter Diesel.

Der Tag eines LKW-Fahrers

Wann geht es auf Tour und mit wem?
Die Touren in der Früh starten um fünf Uhr, der letzte LKW fährt dann um sieben Uhr vom Hof. Auf jeder Tour haben wir ein bis zwei Beifahrer. Uns begleiten Beschäftigte aus der Werkstatt für behinderte Menschen, die unsere Fahrer beim Be- und Entladen unterstützen.

Wie oft und wie machen Sie Pausen? Wo essen Sie?
Je nach Tour können die Mittagspausen in Liebenau gemacht werden, damit die Fahrer und Beifahrer die Möglichkeit haben in den Genuss der Kantine Liebenau zukommen. Die Pausen sind in den Lenk- und Ruhezeiten gesetzlich festgeschrieben, können aber innerhalb bestimmter Stundenanzahl variabel eingehalten werden. Bei Ganztagestouren haben wir bestimmte Häuser, in denen wir kostengünstig Mittagessen können.

Was begeistert Sie an Ihrer Tätigkeit?
Die täglich neue Herausforderung. Und die Abwechslung da trotz vorbereiteter Tourenplanung Änderungen durch unsere Kunden und unsere Produktionsbereiche im Alltagsgeschäft abgewickelt werden müssen.

erstellt am 29.03.2012