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Hund, Katze, Maus – Praktikum auf dem Argenhof

AMTZELL/LIEBENAU "Arbeiten mit Tieren" – das antworten viele junge Menschen wenn sie nach ihrem Berufswunsch gefragt werden. Diesen Traum hat auch Ingrid Fink, Mitarbeiterin der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) der Liebenau Service GmbH. Ingrids Berufswunsch konnte jetzt mit Hilfe des Argenhofs bei Amtzell verwirklicht werden. In vier Wochen Praktika hat Ingrid den Hof und seine Bewohner kennen und lieben gelernt.


Seine berufliche Zukunft aktiv gestalten

"Wie bist Du auf die Idee gekommen, und wie hat alles geklappt?" diese Frage hat Ingrid oft gehört. Dabei war alles ganz einfach. Ingrid hat die Fortbildung "Seine berufliche Zukunft aktiv gestalten" besucht und dabei viel über sich und Ihre Zukunftswünsche erfahren. Der Fortbildungskurs wurde eingerichtet, um jungen Menschen mit Behinderung oder seelischen Beeinträchtigungen genau dabei zu helfen. Danja Gründler, stellvertretende Abteilungsleitung & Sozialdienst, Integrationsbegleiterin im Werkstättenverbund der Stiftung Liebenau, leitet die Fortbildung und hat Ingrid bei der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz unterstützt.

Neues lernen und dabei begleitet werden

"Menschlich und fachlich hat Ingrid in ihrem Praktikum viel gelernt" berichtet Danja Gründler. Ihre Aufgabe als Integrationsbegleiterin war es, Ingrid anzuleiten und ihr zu helfen sich in der neuen Arbeitsstelle und der ungewohnten Umgebung zurechtzufinden. Für Ingrid waren die Aufgaben auf dem Hof und auch die Zusammenarbeit mit Tieren neu. "Tiere haben eine ganz eigene Körpersprache, die man verstehen muss, und man darf nie den nötigen Respekt verlieren – das ist ganz wichtig" beschreibt Ingrid stolz ihre Erfahrungen.

Grenzen und Wünsche erfahren

Die Arbeit auf einem Hof hat jedoch auch Schattenseiten. Ingrid erzählt: "Draußen zu arbeiten wenn es richtig heiß ist oder den ganzen Tag regnet, macht keinen Spaß. Auch die körperliche Anstrengung z. B. beim Ausmisten war am Anfang ungewohnt. Nach der ersten Woche und ganz viel Muskelkater war ich ziemlich fertig." Danja Gründler bestätigt die Unsicherheit in diesen ersten Tagen. "Diese Erfahrungen sind genauso wichtig wie positive Erlebnisse. Es hilft unseren Teilnehmern sich mit Konfliktsituationen und den eigenen Grenzen und Wünschen auseinanderzusetzen. Umso mehr habe ich mich gefreut als Ingrid nach unseren Gesprächen ihren Berufswunsch nicht wegen 'ein bisschen Regen und Muskelkater' aus den Augen verloren hat."

Dem Traumberuf ein Stück näher

Abschließend ist Ingrid sich ganz sicher: "Das Praktikum hat mir sehr geholfen mir klar zu werden welche berufliche Richtung ich einschlagen möchte, und ich habe neue Menschen kennengelernt, die mich genauso akzeptiert haben wie ich bin. Das hat mich sehr bestärkt." Diese positive Rückmeldung bestätigte auch der Argenhof und hat auf Anfrage von Danja Gründler das Praktikum für Ingrid gerne um weitere vier Wochen verlängert.


Info:

Die Fortbildung "Seine berufliche Zukunft aktiv gestalten" ist ein Angebot des Werkstättenverbundes der Stiftung Liebenau für Menschen mit Behinderung oder seelischen Beeinträchtigungen. Nach der Fortbildung suchen die Integrationsbegleiter/innen aktiv nach passenden Praktikums- oder Arbeitsplätzen für die Teilnehmer. Ziel ist es, dabei den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung entgegenzukommen, d. h. am Ende bestätigt sich nicht immer zwingend der Wunsch nach einem externen Arbeitsplatz, sondern der Teilnehmer besinnt sich zurück zu seinem Arbeitsplatz in der WfbM.

Mehr Informationen unter service@lise-gmbh.de.

 

erstellt am 29.06.2012



Muskelkater nach dem Ausmisten.

Tiere haben ihre eigene Körpersprache.