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Liebenauer Kantine in neuem Look

LIEBENAU – Viel Licht, modernes Design und eine ruhige Atmosphäre: "Die meisten Besucher sagten einfach nur 'Wow!', als sie erstmals in die frisch sanierte Kantine kamen", erinnert sich Kantinenleiterin Susanne Walser. Neben dem Wohlfühlambiente und einem preiswerten Essensangebot ging es dem Vorstand vor allem auch um erfahrbare Inklusion. Diese wird durch optimierte Laufwege, Bildsymbole oder Barrierefreiheit realisiert. "Wow!" sagen daher auch viele Besucher – mit oder ohne Behinderung –, wenn sie die Kantine wieder verlassen.

 

Platz für individuelle Wünsche

Noch ist nicht Mittag. Doch die Vorbereitungen für die Essensausgabe an rund 350 hungrige Mitarbeiter laufen auf Hochtouren: Melanie Hammelsbeck füllt Salate in kleine Schälchen, schöpft Suppe in andere, Stefanie Thomann wischt die letzten Frühstückstische, während sich Carmen Schwarzbauer auf das Front-Cooking vorbereitet: Sie platziert den Wagen mit dem klein geschnittenen rohen Gemüse und den Kartoffeln neben der Kochplatte, den Fisch im Kühlschrank hinter sich. Heute wird sie vor den Augen des jeweiligen Gastes Lachs auf Gemüse in Folie grillen, auf Wunsch mit Dill- oder Dauphine-Kartoffeln servieren und mit Zitronenschaum garnieren. Sie freut sich auf die Gespräche, dem Interesse an der Zubereitung und ist bereit, individuelle Wünsche zu erfüllen: "Gerne mehr Dill!", "Danke, bitte das kleinere Stück" oder "Ja, gerne extra scharf" wird sie später hören.

Waren und Preise in Bildern

Jede einzelne der zehn Kantinen-Mitarbeiterinnen, zwei davon mit Behinderung, ist konzentriert bei der Sache, weiß, was zu tun ist. "Über das vergangene halbe Jahr sind wir als Team zusammengewachsen", sagt Susanne Walser, "für jedes Ding haben wir gemeinsam einen Platz gefunden, haben diskutiert, ob der Suppenschöpfer besser bei den Schüsseln oder neben der Suppe liegt. Außerdem haben wir die Abläufe eigenverantwortlicher gestaltet, was die Arbeit für alle vielseitiger macht. Unsere Waren und Preise sind immer auch in Bildern dargestellt, so dass Menschen mit Behinderung besser zurechtkommen", erklärt die Kantinenleiterin. Trotzdem bleibe ein gewisser "Assistenzfaktor", auf den alle Kantinen-Mitarbeiterinnen eingestellt sind. "Auch Besucher helfen und erklären immer mal wieder was, das soziale Bewusstsein wächst."

Gemeinsam gebaut und getestet

"Inklusion soll erfahrbar werden", wünschte sich der Vorstand und setzte dieses Ziel schon während der Planungs- und Sanierungsphase um: So waren an den handwerklichen Bauarbeiten rund 80 Prozent der WfbM-Mitarbeiter der Stiftung Liebenau beteiligt. Frank Moscherosch, Geschäftsführer der Liebenau Service GmbH, Carmen Martin, Bereichsleitung Produktion, und Susanne Walser haben auch bei der Auswahl der Kaffeemaschine und anderen Ausstattungsgegenständen Menschen mit Behinderung mit eingebunden, sie die unterschiedlichen Modelle testen lassen. Und alle WfbM-Mitarbeiter wurden bereits vor der Eröffnung gruppenweise in die Kantine eingeladen, wo ihnen die Kantinen-Mitarbeiterinnen in aller Ruhe erklärten, wie was funktioniert. "Ich bin begeistert von dieser Art der Umsetzung", sagt Vorstand Dr. Markus Nachbaur. "Es ist ein großer Unterschied, ob man etwas nur für jemanden oder mit jemandem baut. Nicht nur interne, auch externe Besucher sind eingeladen, sich vom Essen und dem Konzept unserer neuen Kantine überzeugen zu lassen."

 

 

 

erstellt am 17.02.2014



Ein völlig neues Ambiente herrscht in der umgebauten Liebenauer Kantine.

Ein völlig neues Ambiente herrscht in der umgebauten Liebenauer Kantine.

Wow!

"Wow!"



In der neuen Kantine gibt es verschiedene Essensangebote von freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiterinnen.

In der neuen Kantine gibt es verschiedene Essensangebote von freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiterinnen.



Die Öffnungszeiten

Mo-Fr: 7-17 Uhr

Sa: 10.30-14.00 Uhr

So: 10.30-13.00 Uhr
und von 14.00-17.00 Uhr