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Mit Freude essen – Kostform Smoothfood

Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden können Speisen meist nur in Form von Brei, Püree oder Suppe zu sich nehmen. Der Genuss durch optisch ansprechend präsentiertes Essen bleibt ihnen oft verwehrt. Hier setzt das Zubereitungsverfahren Smoothfood an, mit dem Betroffenen ein Stück Lebensqualität erfahren können. 

Herr B. lebt in einer Wohngruppe der St. Gallus-Hilfe, eine Tochtergesellschaft der Stiftung Liebenau. Aufgrund seiner Behinderung ist er auf passiertes Essen angewiesen. Seinen Unmut über die angebotenen Speisen bringt er durch einen selten leer gegessenen Teller zum Ausdruck. Die Nahrungsaufnahme reicht nicht aus, um den Kalorienbedarf seines Körpers zu decken. Er nimmt immer mehr ab, bis ihm der Arzt ein hochkalorisches Getränk verordnet. Herr K. wohnt ebenfalls in einer Wohngruppe. Ihm missfällt vor allem das passierte Mittagessen. Seine Unzufriedenheit äußert er durch Gesten und eine hohe körperliche Unruhe, was häufig zu Konflikten führt.

Eine Bereicherung für Betroffene

So wie Herrn B. und Herrn K. geht es rund siebzig Menschen, die in der St. Gallus-Hilfe betreut werden. Passierte Nahrung stellt für sie in erster Linie die lebensnotwendige Nährstoffzufuhr sicher. Der Genuss tritt in den Hintergrund. Die Kostform Smoothfood kann Betroffenen die Freude am Essen zurückgeben. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Smoothfood so viel wie geschmeidiges, feines Essen. Bei der Zubereitung werden rohe, gegarte oder gefrorene Lebensmittel in eine geschmeidige Konsistenz gebracht. Optisch ansprechend aufbereitet werden sie mit speziellen Förmchen oder einer Art Sahnespender. Fleisch, Gemüse und Beilagen können so ansprechend auf den Tellern angerichtet werden. Optisch und geschmacklich kann das für Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden eine ganz neue Erfahrung sein. 

Smoothfood wird angenommen

Gemeinsam mit der St. Gallus-Hilfe haben wir die Einführung  von Smoothfood erprobt. „Für uns ist das eine Herzensangelegenheit. Wir wollen dazu beitragen, dass die Lebensqualität der Betroffenen bei jeder Mahlzeit ein bisschen gesteigert wird“, so Kristina Lick vom LiSe-Catering. Die Rückmeldungen während der Testphasen waren durchweg positiv:  „Jeden Tag wurde alles aufgegessen…“, „…die Bewohner haben zugenommen…“, „…anhand des Gesichtsausdruckes hat man gesehen, dass es lecker ist…“.

Und wie hat es  Herrn B. und Herrn K. geschmeckt? Rebecca Pischel von der St. Gallus-Hilfe schildert ihre Eindrücke: „Herr K. aß sehr gerne und sein Teller war immer leer. Könnte er sein Anliegen in Worte fassen, so würde er sich für Smoothfood aussprechen. Herr B. nahm sogar an Körpergewicht zu. Außerdem war die Aspiration (das Verschlucken) während der Smoothfood-Phase deutlich geringer. „In unserer Arbeit mit Menschen mit schwerer geistiger und körperlicher Behinderung ist Smoothfood dringend notwendig. Es dient nicht nur der Steigerung der Lebensqualität sondern trägt auch zur Gesunderhaltung bei“, so Pischel.

Im kommenden Jahr wird Smoothfood fester Bestandteil unseres Speiseangebotes.

erstellt am 25.11.2015



LiSe-Koch Dieter Christian bei der Zubereitung
LiSe-Koch Dieter Christian bei der Zubereitung

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